Halbzeit

Die Hälfte des Semesters und unserer Zeit in Hobart ist um. Schön langsam machen wir uns Gedanken, was wir danach machen wollen. Fix ist bisher nur, dass wir zu viert - Domi, Max, Steffi und ich - die Ostküste von Australien bereisen werden. Wie das genau ablaufen wird, werden wir wohl in den nächsten Tagen entscheiden.

Gestern waren wir zu elft beim Inder und danach noch auf ein paar Bier. Zur Zeit ist eine Freundin von Max auf Besuch; die beiden machen übers Wochenende einen Track auf der Freycinet Peninsula.
Eine neue, interessante Bekanntschaft haben wir auch gemacht: Wolfi, ein Linzer Student der voriges Jahr auf Austausch hier war. Er ist für ein paar Monate hier in Hobart. Was hat ihn wohl hierher zurückgezogen? Richtig: eine Frau. Er hat voriges Jahr hier seine Freundin kennengelernt und spielt jetzt mit dem Gedanken, nach Abschluss des Studiums nach Tasmanien zu ziehen.
Nach ein paar missglückten Versuchen, Kontakt aufzunehmen, haben wir uns letzte Woche durch Zufall beim Fortgehen kennengelernt.

Was gibt's sonst zu berichten? Eigentlich nicht viel, die nächste Zeit wird wahrscheinlich etwas ruhiger werden, was heißt, dass wir keine größeren Ausflüge machen werden. Erstens heißt's Geld sparen, sonst kann ich gleich im Juni heimfliegen und außerdem hab ich in den nächsten Wochen drei Arbeiten zu schreiben.
Gestern hatte ich auch meinen ersten Mid-Sem-Test, alles gut gelaufen. Entweder tu ich zuviel oder die Studenten hier haben keine Lernmoral, auf jeden Fall waren wir drei Austauschstudenten unter den Besten des Kurses. Österr.-schweizerische Zusammenarbeit von Pascal und mir beim Multiple Choice ;)
Die beiden Essays, die ich zu schreiben hatte, sind auch schon zurückgekommen; die ersten Hürden sind geschafft!

Sodale, wünsch euch allen ein schönes Wochenende!

Melbourne

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Urlaub vom Urlaub! Über Ostern gönnten wir uns eine kleine Auszeit und flogen aufs Mainland nach Melbourne. Ein mächtiger Schock: Von der tiefsten Pampa am Overland-Track über das verschlafene Städtchen Hobart zur Millionenstadt und Metropole Melbourne in nur wenigen Tagen. Hat sich der Jimmy da gefürchtet bei so vielen Autos, die noch dazu auf der falschen Seite fahren und beim Abbiegen ganz eigene Regeln befolgen (Australien eben). Obwohl ich absolut kein Stadtmensch bin hat mich Melbourne total fasziniert: alte Gebäude neben moderner, ansprechender Architektur, kulturelle Vielfalt, große Parks und viel Grün vor einer atemberaubenden Skyline und dazwischen jede Menge Attraktionen.

Den ersten Tag verbrachten wir (Domi, Thomas, ich) mit Pascal (CH) und Thomas (DK), die auf ihrem Weg nach Neuseeland hier einen Zwischenstopp machten und auch Steffi (ITA) begleitete uns zwei Tage. In den fünf Tagen versuchten wir soviel zu sehen wie möglich war, wobei wir etliche Kilometer zurücklegten, fast so viele wie am Overland-Track. :) Das Nachtleben mussten wir dabei leider etwas vernachlässigen, nur am ersten Abend machten wir St. Kilda unsicher. Kulinarisch ließen wir uns abends in Little Italy verwöhnen, sonst gab’s meistens Fast Food pur, ist ja auch ganz abwechslungsreich – wenn man sich einredet, dass die Burger bei Hungry Jack’s anders schmecken als bei McDonald’s. :)
Am Programm standen natürlich die Formel-1-Strecke im Albert Park und die Sportstätten im Melbourne Park (Melbourne Cricket Ground, Rod Laver Arena, Olympia Park) und Besuche im Melbourne Aquarium und Melbourne Museum (freier Eintritt, sehr löblich). Samstagabend schauten wir uns ein Australian Football Spiel im Telstra Dome an. „Footy“ ist ein echt geiler Sport: Schnell, aggressiv, aber nicht so brutal wie Rugby oder American Football, viele Tore und leicht mitzuverfolgen, wenn man die Regeln mal verstanden hat. Gespielt wird natürlich mit einem Ei! Zu erwähnen ist die Disziplin der Fans: Kaum Aggressivitäten untereinander bei trotzdem super Stimmung (40.000 Zuschauer), wichtig ist ihnen ein gutes Spiel. Bei einem gelungenen Spielzug gibt’s von allen Applaus. Ein tolles Erlebnis, das uns gleich dazu veranlasste einen Football zu kaufen.

Sonntags fuhren wir nach Torquay zur Rip Curl Pro, einer Surf Competition am Bells Beach. Leider fand an diesem Tag kein Bewerb statt, es war aber dennoch ganz gemütlich im Sand zu liegen und den Surfern zuzuschauen.
Außerdem hatte uns auch das dortige Factory Outlet gelockt. Ein echtes Paradies für diese Funsportler, von Rip Curl über Billabong und Quiksilver bis zu Oakley alles was ein Surfer braucht. Mich hat’s nicht so gereizt, da Domi hat gleich mal tief in die Tasche gegriffen.
Meine Stunde hat dann beim Einkaufen in Melbourne’s riesigem Einkaufszentrum geschlagen; im Esprit-Shop hätt’ ich mich fast vergessen. :) Bist du …, da ist dann nur mehr ritsch-ratsch gegangen, freu mich schon auf die VISA-Abrechnung!

Den letzten Tag ließ ich ausklingen mit einem Besuch in der St. Paul’s Cathedral (ja, die gibt’s auch hier) und dem Champions (Australian Racing Museum), das der glorreichen Pferderenngeschichte Australiens gewidmet ist. Tom und Domi machten derweil eine Führung in der Rod Laver Arena, dem Austragungsort der Australian Open.
Da ich eh noch nicht genug Geld ausgegeben hatte ;), kaufte ich mir Minuten vor der Abreise noch einen Crocodile-Dundee-Hut am Queen Victoria Market, der war einfach Pflicht für mich.
Es gäbe noch viel mehr zu erzählen von dieser Stadt, aber ich schreib eh schon wieder zu viel. Schaut euch lieber die Bilder im Melbourne-Ordner an, vor allem die Skyline, die wir uns übrigens aus 253 m Höhe im Rialto Tower bei Nacht anschauten.
Jetzt bin ich gerade froh, wieder „daheim“ in meinem kleinen Hobart zu sein, wo die Uhren etwas langsamer gehn, und das ist gut so…

The Overland-Track

Geschafft! Den Overland-Track haben wir bezwungen! Für alle, die sich nicht ganz vorstellen können, was dieser Track ist: Er verläuft im Herzen von Tasmanien von Cradle Valley in südlicher Richtung bis zum Lake St. Clair durch den Cradle Mountain National Park. Interessant ist, dass einer der Pioniere Anfang letzten Jahrhunderts und derjenige, der zuerst den Gedanken geäußert hat aus dem Gebiet einen Nationalpark zu machen, ein Österreicher war. Der eigentliche Track ist 65 km lang, es gibt aber eine Menge „Sidetracks“. Verteilt auf die Strecke gibt es einige Hütten, wo es Schlafgelegenheiten und Toiletten gibt. Normalerweise werden für den ganzen Track 6 Tage veranschlagt. Wir haben die 65 km in etwa 2 ½ Tagen (50 Stunden) bewältigt.

Die Truppe bestand aus Thomas aus Südtirol, Rune (das „e“ ist stumm) aus Dänemark, Domi und mir. Eigentlich haben wir auch mit 4-5 Tagen gerechnet, aber irgendwie ist es dann anders gekommen.
Gestartet sind wir am Donnerstagabend mit dem Bus nach Launceston, wo wir eine Nacht im Backpacker’s verbracht haben. Am Freitagvormittag haben wir dann nach 3stündiger Busfahrt den Ausgangspunkt Cradle Valley erreicht. Schon auf der Hinfahrt mussten wir zur Kenntnis nehmen, dass es wohl kein schöner Tag werden würde. Es hat geregnet und keine Besserung war in Sicht. Domi und Tom haben sich im Visitors Centre noch schnell Regenhosen gekauft, was wohl eine der besten Entscheidungen auf dem ganzen Track war.
Gegen Mittag sind wir dann bei Regen Richtung Cradle Mountain gestartet. Dies sollte auch unser erster Sidetrack werden, leider haben wir aber den Berg nur schemenhaft durch den Nebel erkennen können und sind daher weitergegangen. Der Regen wurde immer stärker und der Wind ließ die Regentropfen teilweise waagrecht wie Nadelstiche auf unser Gesicht hageln. Die Pfade waren eigentlich nicht mehr als solche zu bezeichnen, im Grunde sind wir die ganze Zeit in einem Bach marschiert, manchmal war es auch nur Matsch. Das einzige was uns überblieb, war den Kopf reinstecken und so schnell als möglich Meter machen. Angesichts des Wetters war ich über jeden Euro bzw. Dollar, den ich für meine Ausrüstung ausgegeben habe froh. Meine Schuhe haben fast bis zum Schluss durchgehalten. Irgendwann war das Wasser aber zuviel, und als wir am Abend in der Windermere Hut angekommen sind, waren wir bis auf die Unterhose nass und der Rucksack um einige Kilos schwerer. Die Hütte war gerammelt voll und wir mussten daher bei strömenden Regen die Zelte aufstellen. Das war der Zeitpunkt wo die Nerven komplett blank lagen…

Nach einer kalten Nacht, wo ich nur wenig schlief erwartete uns am nächsten Tag ein wunderschöner Morgen und es versprach ein schöner Tag zu werden. Inzwischen hatten wir den Plan zurechtgelegt, den Track so schnell wie möglich hinter uns zu bringen. Wir hatten erkannt, dass wir ein flottes Tempo gehen können. Rune musste zwar etwas über seinen Schatten springen, aber es ging. Er hatte ja auch einen schweren Rucksack: Am ersten Abend überraschte er uns mit einer Flasche Whiskey! Ihr hättet unsere Gesichter sehen müssen! :)
Der zweite Tag war wunderschön zum Marschieren, die Landschaft einfach ein Traum. Man muss sich vorstellen, dass man hier wirklich in der Wildnis ist, rund um den Track ist alles unberührt, echter Urwald, Sumpf und Moorlandschaften. Der einzige Weg raus ist zu Fuß oder mit dem Helikopter.
Am frühen Nachmittag kamen wir am höchsten Berg Tasmaniens, dem Mount Ossa (1617m) vorbei. Diesen Berg zu besteigen hatte ich mir fest vorgenommen. Leider fiel er aber so schlecht in unsere Zeitplanung und die anderen hatten nicht denselben Drang nach oben wie ich und so konnte ich ihn nur von der Ferne betrachten. Beim Weitergehen bin ich dann um einige hundert Meter zurückgefallen, weil ich mich einfach nicht von diesem Anblick trennen konnte und mir das Herz blutete bei dem Gedanken nicht am Gipfel stehen zu können.
Am Abend erreichten wir die Kia Ora Hut, wo wir auch einen Platz im Inneren ergatterten. In der Nacht regnete es wieder, am nächsten Tag war aber wieder relativ schönes Wetter, das wir für einen Sidetrack zu zwei mächtigen Wasserfällen nutzten. Die letzte Etappe war für Rune eine ziemliche Strapaze, er hatte geschwollene Knöchel, einige Blasen und Knieschmerzen. Schlussendlich hat er aber tapfer einibissen und wir erreichten am frühen Nachmittag die Narcissus Hut am Lake St. Clair, von wo uns die Fähre über den See zum Bus brachte.

Teilweise war es echt anstrengend, vor allem für Rune, den Flachländler, aber wir hatten auch eine Menge Spaß. Tom hat ein blaues Auge davongetragen als Domi versuchte einen Handstand zu machen und Tom mit dem Schuh voll im Gesicht traf. Über den ganzen Track wurden wir von einem Deutschen verfolgt, der immer dort auftauchte, wo wir waren und den Mund einfach nicht halten konnte, einfach eine Lachnummer. Rune war im Nachhinein recht stolz auf seine Leistung und sprach nur davon, dass er den Overland-Track nicht gegangen, sondern gelaufen ist. Naja, er hat mich noch nie richtig Tempo machen gesehen, ich durfte auch fast nie vorne gehen, sonst wären wir wahrscheinlich in 24 Stunden fertig gewesen. ;-)

Es war einfach ein wunderbares Erlebnis, durch die Natur zu wandern, mit der Ausrüstung für 5 Tage am Rücken, bedingt genießbares Trockenfutter zu essen, immer dreckig zu sein…
Übrigens hab ich mir wieder selbst Jerky (getrocknetes Rindfleisch) gemacht, das etwas wie Hundefutter schmeckt, diesmal aber bei den anderen ganz gut angekommen ist, da es ein hervorragender Energielieferant ist.

Ich könnte noch so einiges schreiben, aber die besten Eindrücke vermitteln ohnehin die Bilder, daher schaut euch diese an. Genauere Erzählungen gibt’s dann mündlich, wenn ich zuhause bin.

Zum Schluss wünsch ich euch allen noch frohe Ostern, tats a bisl Eierpecken für mi, weil des gibt’s da herunten ned. Osternesterl krieg i a kans! :-(

Who the fuck is Chansjorch?

Eigentlich soll ich ja ein Essay schreiben, aber mich freuts halt gar nicht. Drum werd ich jetzt endlich einen Bericht veröffentlichen, den ich schon länger geplant habe.
Es geht um meinen Namen. Schon zuhause habe ich befürchtet, dass hier viele Probleme haben werden, „Hans-Jörg“ auszusprechen, „Jörgi“ braucht man auch erst gar nicht probieren. Es ist einfach absolut mühsam, wenn man beim Vorstellen seinen Namen dreimal sagen muss. Hilft auch nichts, nur die wenigsten können ihn aussprechen und nur ein paar erfreuliche Ausnahmen können ihn sich auch merken. Um solchen Situationen auszuweichen, hab ich mir hier einen anderen Spitznamen zugelegt. Da Domi war hier ganz hilfreich, nachdem er „Jimmy“ als Universal-Bezeichnung verwendet und des irgendwie passt und leicht zu merken ist bin ich jetzt da Jimmy. Am Anfang ist das dann so abgelaufen: „What’s your name?“ – „Hans-Jörg“ [gaaanz langsam gesprochen] – „Sorry, What’s that???? – Chans….???“ – „Forget it! Just call me Jimmy“ – erleichtertes Grinsen beim Gegenüber. Inzwischen ist es halt so, dass ich außerhalb der Universität einfach der Jimmy bin. Lässt sich ganz gut damit leben, auch wenn ich damit meine tteuttsche Identität aufgegeben habe. :))

Apropos Identität: Bin jetzt schon mehrmals darauf angesprochen worden, dass ich aussehe wie Nathan Bracken. Ich hab natürlich keine Ahnung gehabt wer das ist. Hab mir sagen lassen, dass es ein sehr bekannter australischer Kricketspieler ist. Mir wurde geraten beim Fortgehen im Aussie-Dialekt einfach zu sagen: „Hey, I’m Nathan Bracken, darlin’!!“ und ich geh überall frei und krieg alle Frauen. Hab’s noch nicht ausprobiert, übe noch wie ein Aussie zu sprechen. :)
Nachdem ich gespannt war, wie Bracken ausschaut hab ich den Burschen mal gegoogelt:

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Eine gewisse Ähnlichkeit kann man nicht abstreiten. Im Grunde reduziert sie sich aber auf die Haare und den Psychoblick. Für die „I’m-Nathan-Bracken-Aktion“ wird’s wohl nicht reichen.
Beurteilt selbst nach den Fotos --> Kommentare!!!

Euer Jimmy ;)

Freycinet Peninsula

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Und wieder ein Ausflug! Mit einem 12-Sitzer Bus mit internationaler Besetzung aus Österreich, Italien, USA und Kanada fuhren wir in den Nordosten von Tasmanien zur Freycinet Peninsula. Zu Beginn schien es, als ob uns das Wetter diesmal im Stich ließe, aber wie es in Tassie halt so ist änderte es sich bald. Genau zum richtigen Zeitpunkt hörte der Regen auf und der blaue Himmel kam durch. Absolutes Highlight des Tages war die Wineglass Bay, die angeblich zu den 10 weltbesten Stränden zählt.

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Sehr schön, im Endeffekt aber auch nur Sand und Wasser… :) Inzwischen werdet ihr ja gemerkt haben, dass mich diese Strände nicht so sehr begeistern. Dafür hatten die anderen ihren Spaß mit den sehr beeindruckenden Wellen.

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Eine Welle war sogar so stark, dass die Hose vom Minni, die zugeben etwas alt ist, danach nur mehr in Fetzen von ihm runterhing.

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Blöd, wenn man da nichts zum Umziehen hat.

Die Gegend dort hatte neben der Wineglass Bay auch noch anderes zu bieten: Wunderbare Felsformationen, auf denen wir natürlich sofort herumkraxeln mussten.

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Ein richtiger Spaß wurde dann noch die Heimfahrt. Beim einem Bottleshop am Weg wurde aufgetankt, diesmal nicht der Bus sondern seine Insassen.

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Am Heimweg bescherte uns der Sonnenuntergang noch einige hervorragende Fotomotive. Ich hoff, euch frisst nicht der Neid, wenn ihr das seht.

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Nachdem ich schon Beschwerden bekommen habe, dass zuwenig Fotos online sind, werde ich versuchen, euch in Zukunft einen besseren Eindruck zu verschaffen (auch auf Szene1 und StudiVZ). Also für dieses Wochenende schauts gleich mal in den Ordner Freycinet Island. Wie schnell es mit dem Rest geht, weiß ich noch nicht. Diese Woche muss ich noch ein Essay schreiben, eines ist schon fertig. Am Donnerstagabend starten wir auf den Overlandtrack und dann sind wir in Melbourne. Bis dorthin muss ich noch fit werden, war die letzten Tage etwas krank, aber das Schlimmste dürfte vorbei sein. Für nach Ostern verspreche ich eine Menge Fotos und natürlich Berichte vom Overland und Melbourne!

Pläne für Ostern

Die Zeit vergeht unglaublich schnell, im Nu ist Ostern da und da stellt sich die Frage, was wir unternehmen werden. Es gibt hier zwar nur eine Woche Ferien, wir nehmen uns als Austauschstudenten die Freiheit und verlängern diese etwas. Usprünglich wollten wir nach Neuseeland fahren, doch ist uns der Flug in Relation zu der kurzen Zeit, die wir dort verbringen können, etwas zu teuer. Minni und Max werden trotzdem fahren. Als Alternative steht jetzt der Overlandtrack und Melbourne am Programm. Gemeinsam mit Domi, Thomas (Südtiroler) und Rune (Däne) werde ich den bekanntesten Track von Tasmanien bewältigen, hoffentlich. Danach werden Domi, Thomas und ich für ein paar Tage nach Melbourne fahren und uns dort und in der Umgebung etwas umschauen.

Am Wochenende hat sich nicht viel ereignet. Samstags bin ich das zweite Mal auf den Mt. Wellington. Diesmal in Begleitung von Max und Rune, den ich gleich mal auf seine Overlandtrack-Tauglichkeit prüfen wollte. Für einen Flachländler hält er ganz gut mit, dafür hat er aber Blasen bekommen.
Diesmal haben wir einen anderen Weg auf den Berg genommen. Jetzt weiß ich auch, wieso das Kaff, von dem wir gestartet sind "Fern Tree" heißt. Links und rechts vom Pfad riesige Farne, die echtes Dschungel-Feeling aufkommen lassen. Beim Abstieg ist mir diese Feeling fast etwas zuviel geworden, denn der Dschungel ging teilweise ziemlich auf Tuchfühlung und in meinem Kopf hämmerte es nur: "Snake, snake, snake". Bin schon gespannt auf unsere erste Begegnung mit einer Tiger Snake, die sich wahrscheinlich auf dem Overlandtrack einstellen wird.

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Nach einem eher entspannten Fortgehen am Samstag wurde am Sonntag ausgeschlafen und nachmittags dann zum Seven Mile Beach gefahren. Das ist ein sehr schöner Strand in der Nähe von Hobart, der mit dem Bus erreichbar ist. Woher der Name kommt, brauch ich wohl nicht erklären. Das Wasser war ziemlich kalt, ich hab mich aber trotzdem überwunden reinzugehen - für manche unvorstellbar, aber es war tatsächlich das erste Mal seit ich hier bin. Naja, dann hots mi eh glei schiach überschlagen, weil mi a fette Welle erwischt hat.
Sonst wars sehr spaßig, Domi und ich haben uns im Sandburgbauen versucht, sind aber später draufgekommen, dass das 4jährige viel besser können. Aber die haben unerlaubte Hilfsmittel verwendet (Formen).

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Eine traurige Nachricht hat mich auch erreicht. Meine Hündin Candy ist gestorben. Mit ihren 11 Jahren hat sie der Krebs umgebracht. Sie war eine treue Begleiterin, ewig schade um sie...

Tasman Peninsula

Am Sonntag wollten wir (Domi, Max, Minni, Thomas, ich) nach Maria Island fahren. Als wir bei der Fähre, die dort hinfährt angekommen waren, sagte man uns, dass wir zwar auf die Insel fahren dürfen, es aber nicht sicher sei ob wir auch wieder zurück fahren können. Naja, sind wir halt 100km umsonst gefahren. Wir haben schnell den Plan geändert und sind wieder südwärts gefahren um uns die Tasman Peninsula anzuschauen. War im Endeffekt nicht so schlecht, da das Wetter eh nicht so besonders war.

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Auf der Tasman Peninsula gab's dann eine Menge zu sehen. Zuerst besuchten wir den Tasmanian Devil Park, wo wir uns Tasmanian Devils, Kängurus, Wallabies und andere Viecher angeschaut haben. Der Devil ist vielleicht ein schiaches Viech, schreit die ganze Zeit und rauft mit den andern Devils. Da Minni hat glei a Prognose abgegeben: "De Viecha, de deppaten, de sterbn sicha aus!" Do liegt er gar ned so falsch, glaub i.

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Nachdem wir schon Dutzende tote Wallabies (kleine Känguru-Art) gesehen haben, durfte wir jetzt endlich lebende und ihre großen Verwandten betrachten und auch streicheln. Die kennen überhaupt keine Scheu.

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Danach ging's weiter nach Port Arthur. Das ist eine ehemalige Strafkolonie, von der heute nur mehr Ruinen übrig sind. Unglaublich beeindruckend und auch bedrückend, wenn man die Zellen sieht und von den Umständen liest unter denen die Sträflinge leben mussten. Während Minni, der schon hier gewesen war, im Auto schlief, sind wir anderen das ziemlich große Areal - vergleichbar mit einer Kaserne - abgelaufen.

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Die restlichen Sehenswürdigkeiten der Halbinsel wollten wir uns auch nicht entgehen lassen. Im Eiltempo ging's weiter: Zur bezeichneten Stelle hinfahren, ausspringen, staunen, Foto machen, Abgang.
Angeschaut haben wir uns die Tasman Arch, Devil's Kitchen, Blowhole und eine remarcable cave. Allesamt Gesteinsformationen in den Klippen, die durch die Wirkung des Meerwassers ausgehöhlt wurden und durch diese Öffnung schießt das Wasser und bricht an den Felsen.

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Ein tolles Schauspiel bei dem starken Wind, der die Wellen aufgepeitscht hat. Vor allem für mich, den ein normaler Sandstrand - mag er auch noch so schön sein - genau 5min interessiert und dann fad wird. Bei diesen Klippen geht's wenigstens um was, da wird einem ganz anders, wenn man runterschaut und mit der vollen Kraft des Meeres konfrontiert ist, wie hier am Eaglhawk Neck:

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Nebenbei haben wir auch ein paar edelharte Surfer an der Pirates Bay beim Versuch im saukalten Wasser (Domi, Max und Minni habens ausprobiert) ein Welle zu reiten beobachtet.

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Ein sehr ereignisreichter Tage, an dem wir über 500 Fotos gemacht haben. I glaub in Zukunft sollten wir nur eine Kamera mitnehmen...

Rafting & Tahune Air Walk

Am Sonntag hatten wir unseren Intro-Trip mit dem Rafting Club. In sexy hautengen Neopren-Anzügen gings den Picton River hinunter. Auf Grund des seichten Wassers war das Ganze nicht sehr aufregend, vergleichbar mit einer Kanufahrt auf der Moldau.

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Der Spaß kam aber trotzdem nicht zu kurz, da ein ständiger Kampf zwischen den einzelnen Boot entbrannte. Im Zuge des gegenseitige Bespritzen und Paddelwegnehmen stellte sich schnell heraus, dass unsere Österreicher-Boot mit tasmanischen Guide (unsere Queen Hanna, der wir ein unvergessliches Erlebnis bescherten) absolut überlegen ist und es bei uns auch am lustigsten war. Das führte dahin, dass wir uns den Zorn einiger einhandelten, dafür wollten andere unbedingt auf unser Boot. Zum Ende waren wir 9 Leute. Freu mich schon auf die weiteren - hoffentlich etwas spektakuläreren - Trips, obwohl sich meine Schulter, die ich mir vor 2 Jahren ausgekegelt habe, wieder unangenehm gemeldet hat.

Nach dem Rafting gab es - wie soll es anders sein - Barbecue, diesmal endlich mal mit richtigem Fleisch: Lammschopf.
Danach nützten wir die Gelegenheit und besichtigten den nahegelegenen Tahune Air Walk. Vergleichbar mit dem Baumkronenweg bei uns zuhause, geht man hier auf einem Stahlgerüst in bis zu 50m Höhe zwischen den Bäumen und lernt den Wald von einer ganz anderen Seite kennen.

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Abschied & BBQ

Am Freitag haben uns Judith und Jasmin verlassen. Es war wirklich sehr schön die beiden hier zu haben, und auch meine beiden Mitbewohner haben es sehr genossen. Sie haben uns dazu gebracht endlich was zu kochen und uns auch eine unglaubliche Freude damit gemacht, dass sie uns einen kleinen Radio geschenkt haben. Man glaubt gar nicht, wie sehr man es vermisst, wenn man nicht immer etwas Musik hat, die einen durch den Alltag begleitet.
Ich hoffe, den beiden hat die Woche bei uns gefallen, für mich wars auf jeden Fall super.

Was gab`s sonst? Am Freitag wurde ein Barbecue vom Rafting Club veranstaltet. Dazu ein kurzer Exkurs: Hier auf der Uni gibt es eine Unmenge von Societies und Clubs, die sich alle auf ein bestimmtes Interessensgebiet spezialisieren und Studenten, die Möglichkeit geben mit Gleichgesinnten etwas zu unternehmen. Von Rafting, Bushwalking, über Law oder Physics Society bis zu Schach oder Vietnames Society findet man alles. Um einem Club beizutreten genügen ein paar austr. Dollar (bucks), für die man wiederum Bier kriegt, und man ist dabei. Das alles läuft am Society Day ab, wo wir uns - teils nur wegen dem Bier - in den White Water Rafting Club, den Bushwalking Club, den Running Club und ich auch in den Rock Climbing Club eingetragen haben. Beim Running Club gabs billiges Bier und außerdem veranstalten sie eine Beer Mile, bei uns auch als Sauflauf bekannt. Mein erklärtes Ziel für dieses Semester: Ich will die Beer Mile gewinnen!!!

Zurück zum BBQ: Unter dem Motto "Wear Something on Your Head" gab`s Bier und Gegrilltes. Des Grillen muss man den Australiern noch lernen: Geschmacklose Würste und angebrannte Burger sind die Regel. Aber solange es gratis/billig ist, reg i mi eh ned auf!
Außerdem kompensier i sowas eh immer mit vermehrten Bierkonsum. So wars auch diesmal:
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